Traumdeutung

 

Träume sind Botschaften aus dem Unbewussten, sie sind die Sprache der Seele.

Die moderne, individuelle Traumdeutung ist die Kunst, diese Sprache zu verstehen.

 

Träume sind mehrheitlich unverständlich und scheinen wenig Sinn zu ergeben, das ist nicht weiter verwunderlich, da es sich dabei um eine Symbolsprache handelt.

Das Nachschlagen der Traumsymbole im Symbollexikon verwirrt oftmals mehr als es hilft.

Die Erklärung dafür liegt darin, dass die meisten Traumsymbole nicht allgemein gedeutet werden können. Jeder Mensch besitzt eine eigene und individuelle Traumsprache, die es aufzu- schlüsseln gilt, damit die Träume verständlich und begreifbar werden.


Ein kurzer Einblick in die Entstehung der Traumdeutung

 

Sigmund Freud, der österreichische Arzt und Tiefenpsychologe war der Begründer der Psychoanalyse. Im Jahre 1900 erschien sein Buch "Die Traumdeutung", das zur Grundlage der psychoanalytischen Theorie wurde. Er sah im Traum den "Königsweg zum Unbewussten".  Seiner Theorie zufolge kommen in Träumen ausschliesslich zurückgehaltene Wunscherfüllungen, meist sexueller Natur, zum Ausdruck, die sich vorwiegend auf verdrängte Kindheitserfahrungen beziehen.

 

C. G. Jung, der schweizer Mediziner und Psychologe, verband eine tiefe Freundschaft mit S. Freud. Dieser war ihm Vorbild und Mentor. Doch 1913 zerbrach diese Verbindung und Jung wandte sich entschieden von Freuds triebzentrierten Traum-Theorien ab, um auf diesem Gebiet eigene Forschungen anzustellen, die die Traumdeutung weiter vorantrieb. Er entwickelte die analytische Psychologie, eine Abwandlung der Psychoanalyse, prägte und popularisierte Begriffe wie das kollektive Unbewusste, Archetypen, Synchronizität und  Individuation. Nach Jungs Erkenntnissen, ist ein Traum immer individuell zu deuten und bezieht sich auf die aktuelle Lebenssituation des Träumenden. Durch ihn wurde die Traumdeutung auch der Öffentlichkeit zugänglich. 


 

Träume sind Wegweiser auf dem Lebensweg, sie führen den Träumenden zu sich selbst und zeigen oftmals Lösungen auf, die das Unterbewusstsein zu Tage fördert.

Sie sind der Schlüssel zu der verborgenen Tür unserer Seele. Machen wir uns auf den Weg diese Türe zu öffnen, damit unser Leben reicher und lebendiger wird.   


Tief im Menschen schlummern jene Kräfte,
Kräfte, die ihn in Erstaunen versetzen würden,
die zu besitzen er sich nie erträumt hätte,
Kräfte, die sein Leben völlig verändern könnten,
wenn sie geweckt und genutzt würden.
 

Orison Swett Marden

 

 

Das ICH war es, dessen Sinn und Wesen ich lernen wollte. Das ICH war es, von dem ich loskommen, das ich überwinden wollte. Ich konnte es aber nicht überwinden, konnte es nur täuschen, konnte nur von ihm fliehen, mich nur vor ihm verstecken. Wahrlich, kein Ding der Welt hat so viel meine Gedanken beschäftigt, wie dieses ICH (...) Und über kein Ding in der Welt weiss ich weniger, als über mich.

 

Hermann Hesse aus "Siddhartha"