Schamanismus

 

Schamanische Praktiken zählen zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit. Es wäre jedoch zu oberflächlich, den Schamanismus auf die Heilarbeit zu reduzieren.

 

Der Schamane übernimmt die Funktion des Mittlers zwischen der sichtbaren Alltagsrealität und der transzendenten (spirituellen) Welt, auch als Anderswelt bekannt.

Dabei erweitert er seine Wahrnehmung, nimmt bewusstseins-erweiterte Zustände an -  er begibt sich in Trance  -  und stellt so die Beziehung zu spirituellen Kräften her. Er ordnet die Ver-bindungen zwischen der Welt der Menschen, der Tiere, der Pflanzen, Steine, der Erde und der transzendenten Kräfte. Indem er zwischen den verschiedenen Welten vermittelt, stellt er das energetische Gleichgewicht zwischen ihnen wieder her. 

Im Schamanismus führt ein Ungleichgewicht zwischen Mensch, Natur und Kosmos zu Krankheit und Leid.

 

Eine kurze Einführung

 

Das schamanische Weltbild beruht auf dem animistischen Konzept, welches besagt, dass lebendige Geschöpfe sowie tote Dinge beseelt sind (sie besitzen eine Seele). Sie alle sind miteinander verbunden und werden von der Schöpferkraft durchdrungen.

Aus der schamanischen Sicht besteht die Welt aus drei Bereichen, der oberen, der mittleren und der unteren Welt. Diese Einteilung findet sich auch in der christlichen Religion, als Himmel, Erde und Hölle. Mit dem Unterschied dass die schamanische Einteilung nicht mit moralischen Aspekten wie positiv oder negativ geprägt ist.

 

  • In der oberen Welt leben die Schöpfergottheiten und/oder die höheren geistigen Kräfte, beispielsweise die Energien der Himmelskörper und Elemente.
  • Die mittlere Welt ist das Reich von Menschen, Tieren und Pflanzen, sowie toten, unerlösten Seelen und Naturgeister.
  • Die untere Welt liegt unterhalb der Erdoberfläche und wird von den Krafttieren und den Ahnen, den Verstorbenen, bewohnt. Sie ist jedoch auch die Welt der Schatten und Dämonen.

 

Die drei Welten werden durch den Weltenbaum verbunden, dessen Wurzeln in der unteren Welt Halt finden, und dessen Krone in die obere Welt hineinragt.

 

So ist es dem Schamanen möglich, in seinen Trance-Reisen von einer Welt in die andere zu gelangen und zwischen den Welten zu vermitteln oder dort Informationen zu Heilungszwecken, Problem-lösungen und Entscheidungsfragen zu erhalten. Diese Art von Reisen wird als schamanische Reise oder Seelenreise be-zeichnet.

 

In sibirischen Mythen wird berichtet, dass früher alle Menschen die Fähigkeit besassen, solche Reisen zu unternehmen. Zunehmend hätten sie jedoch den Kontakt mit den Wesen der anderen Welten gemieden, so dass einzelne Menschen dafür ausgewählt und befähigt wurden, diese Aufgabe zu erfüllen:

Die Schamanen und Schamaninnen.

 

 

Schamanische Heilmethoden basieren auf der unsichtbaren, energetischen Ebene. Auf einer Ebene, die der menschliche Verstand schwer zu erfassen vermag. Was oft dazu führt, dass schamanische Praktiken als Scharlatanerie abgetan werden.

Doch die Erfahrung zeigt, dass damit erstaunliche Heilerfolge erzielt werden können, wenn auch diese auf den ersten Blick unerklärlich bleiben. 

 

In Situationen, wo schamanische Behandlungsweisen an- gebracht oder erforderlich sind, beziehe ich sie in meine Arbeit mit ein, jedoch stets in Absprache und mit der Zustimmung des Klienten.

 

Tief im Menschen schlummern jene Kräfte,
Kräfte, die ihn in Erstaunen versetzen würden,
die zu besitzen er sich nie erträumt hätte,
Kräfte, die sein Leben völlig verändern könnten,
wenn sie geweckt und genutzt würden.
 

Orison Swett Marden

 

 

Das ICH war es, dessen Sinn und Wesen ich lernen wollte. Das ICH war es, von dem ich loskommen, das ich überwinden wollte. Ich konnte es aber nicht überwinden, konnte es nur täuschen, konnte nur von ihm fliehen, mich nur vor ihm verstecken. Wahrlich, kein Ding der Welt hat so viel meine Gedanken beschäftigt, wie dieses ICH (...) Und über kein Ding in der Welt weiss ich weniger, als über mich.

 

Hermann Hesse aus "Siddhartha"